13. Weltmeisterschaften der Masters

Elli und Marcus in Göteborg am Start

Vom 31. Juli 2010 bis zum 7. August 2010 findet im schwedischen Göteborg die 13. Schwimmweltmeisterschaft der Masters statt.

Über 6.750 Schwimmerinnen und Schwimmer aus 74 Nationen haben 16.000 Starts im Schwimmen, 965 Staffeln, 960 Freiwasserstarts, 205 Turmspringer und 415 Synchronschwimmerinnen gemeldet.

 

Von den SSF Obernkirchen wird "natürlich" Elli Reineke an den Start gehen. Für Marcus Reineke dagegen wird es seine erste WM-Teilnahme sein.

Freitag, 30. Juli 2010

Anreisen und Orientieren

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90 Minuten nach unserem Abflug in Hamburg, waren wir schon in unserem Hotel in Blickweite zur Valhalla-Schwimmhalle im Zentrum Göteborgs. Die Organisation schien zu funktionieren. Das Wetter hingegen nicht; strömender Regen aus tief hängenden Wolken ergoss sich über ganz Westschweden. Gut, dass die Wettkämpfe erst am Samstag beginnen. Denn aufgrund der hohen Teilnehmerzahlen wird bei Weltmeisterschaften in zwei Becken parallel geschwommen, hier in Göteborg in einem Hallen- und einem Freibad.
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Nach kurzer Kaffeepause und einem „technical Meeting“ mit unseren Hohenhamelner Schwimmkolleginnen Elke und Britta, machten wir (Elli, Anett, Marcus, Elke und Britta) uns auf zur Akkreditierung. Jeder Teilnehmer bekommt einen Ausweis, der ihm den Zugang zu den Wettkampfarenen ermöglicht und der zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden kann.
Und dann hat dieser Ausweis, den hier alle um den Hals tragen, noch einen Effekt: Man „outet“ sich als Schwimmer und kommt schnell mit Teilnehmern und Einheimischen ins Gespräch. So wie das nette Tee-Time Geplauder mit John und Terese aus Brisbane (Australien) oder Marcus’ Glänzen mit schwedischen Wortbrocken. „Ursäkta mig!“ und „Wat heter dat pa svenska?“ versetzten die Einheimischen in Staunen.
Erstaunt waren wir dagegen von den Preisen. 15€ für eine Pizza ist doch schon etwas mehr, als wir gewohnt sind.

Samstag, 31. Juli 2010

Die WM beginnt

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Der erste Wettkampftag begann mit den Langstreckenschwimmern, es standen ausschließlich die 800m Freistil auf dem Programm. Die Damen begannen in der Valhalla-Schwimmhalle, die Herren im Lundby-Freibad. Für Elli und Marcus ergab sich dadurch die Gelegenheit, sich den Wettkampfablauf in beiden Becken schon mal anzuschauen und die Fahrt mit der S-Bahn ins Freibad zu testen. Die Bahnen im Freibad sind übrigens nur 2 Meter breit, Standard ist 2,50 Meter.
Auch das Wetter hatte sich beruhigt. Der Dauerregen des Vortags war abgezogen, ab und zu schaute die Sonne durch die Wolken und es war angenehm warm. Nach einem Kaffee am Yachthafen und einem kurzen Bummel durch die Altstadt Göteborgs, legten Elli und Marcus ihre Beine hoch.
Nach Wettkampfende war die Schwimmhalle dann noch fürs Training freigegeben. Glücklicherweise waren Elli und Marcus, dank LiveTiming im Internet, rechtzeitig in der Halle und im Wasser. Denn die 10 Bahnen füllten sich rasch mit Masters aus aller Welt, die ebenfalls noch einmal ins Wassers springen wollten. Nach 500 Metern verließen beide das nun brodelnde Haifischbecken. „Ich kann noch schwimmen“ und „Fühlt sich gut an“ war die übereinstimmende Meinung von Beiden.

Sonntag, 1. August 2010

Elli gewinnt Bronze

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Gleich der erste Tag startete mit unerwartet guten Ergebnissen. Über 100m Brust zeigte sich Elli gegenüber den Deutschen Meisterschaften stark verbessert und schwamm in überzeugenden 1:37,91 Minuten auf Platz 3 in der Altersklasse 60-64. Geschlagen wurde Elli nur knapp von Colleen Nelson von den Bermudas in 1:37,25 und von Annerose Trobisch aus Frankfurt in 1:37,43 Minuten. Allerdings war Christie Hayes (USA) in 1:38,15 Minuten nur knapp dahinter.

Bei den Männer startete Marcus gleich über eine seiner Hauptstrecken, die 100m Brust. Mit der 26. Meldezeit hoffte er aufgrund der guten Zeiten der letzten Wochen auf einen Platz in den Top 20. Dieses Ziel konnte er mit dem 16. Platz auch sicher erreichen, war mit seinen 1:15,13 Minuten allerdings nicht ganz zufrieden. Die Fehler waren aber schnell analysiert und so kann über 200m Brust der Angriff auf die Top 15 erfolgen.

Montag, 2. August 2010

Wettkampf und Sightseeing

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Am dritten Wettkampftag musste nur Elli ins Wasser, 400m Lagen standen auf dem Programm, diesmal in der Valhalla-Schwimmhalle. Allerdings lachte nun die Sonne über Göteborg und so konnten die kurzen Sachen ausgepackt werden. Die fünfköpfige Obernkirchen-Hohenhamelner Fanschar begleitete Elli in die Halle. Und mit ein paar Fanutensilien, die von der Fußball-WM übrig geblieben waren, konnten wir Schwimmern aus anderen Ländern eine Freude machen. Mehrmals wurden wir für Fotos „missbraucht“.

Elli tat sich derweil nach ihrem Erfolg vom Vortag etwas schwer und schwamm in unspektakulären 7:02,62 Minuten auf den 5. Platz.

 

Während Elli auf die Siegerehrung wartete (Medaillen gibt es bis Platz 10), stand für uns Fans Kultur auf dem Programm. Während einer Bootstour durch die Kanäle Göteborgs und den Fluss Göta, mit anschließendem Besuch der Markthalle und der fiskkyrkon (Fischkirche), genossen wir die schwedische Sonne.
Am Nachmittag, als sich Elli etwas ausgeruht hatte, ging es in die Altstadt, wo kleine Gassen mit niedlichen Geschäften und Kaffees zum Shoppen und Verweilen einluden.
Fast zum festen Termin entwickelt sich die Tea-Time mit den Australiern; der 92jährige George Corones ist mit seinem Sohn zu diesen Meisterschaften angereist. Auch Franzosen, Schweizer und Argentinier gehören mittlerweile zu unseren Gesprächspartnern. Ein großes, internationales, verbindendes Sportereignis.

Dienstag, 3. August 2010

Drei Starts für die SSFOler

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Am vierten Wettkampftag mussen Elli und Marcus dreimal ins Wasser. Gegen Mittag standen für Elli die 200m Lagen auf dem Programm. In 3:19,67 Minuten belegte sie den 6. Platz. Dabei musste Elli ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollen, lag bis 150m gut im Soll, konnte das Tempo auf der letzten Bahn aber nicht durchhalten und war zwei Sekunden langsamer als bei den Deutschen Meisterschaften. In diesem Rennen ging der Weltermeistertitel mit einem Weltrekord von 2:52,67 Minuten an Charlotte Davies (USA).

Es war dann schon früher Abend, als Elli über 50m Brust ihre kürzeste WM-Strecke absolvierte. In 44,87 Sekunden schlug sie in einem knappen Rennen als 6. von 40 Teilnehmerinnen an.

Auch Marcus trat über 50m Brust an, erneut im Valhalla-Bad. Gegenüber den 100m Brust zeigte sich Marcus mit seiner Zeit von 33,81 Sekunden und damit Platz 22 von 119 Teilnehmer ausgesprochen zufrieden, zumal er im Meldeergebnis nur die 42. Meldezeit aufweis.

Abends gab es dann noch ein wenig Sightseeing, mit dem Riesenrad über Göteborgs Altstadt schauen lenkte von den bevorstehenden Wettkämpfen ab.

Mittwoch, 4. August 2010

Staffeltag

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Der fünfte Wettkampftag am Mittwoch war ausschließlich den Staffeln im Valhallabad vorbehalten. Somit stand das Freibad den ganzen Tag zum Training zur Verfügung, was Marcus noch vor dem Frühstück nutzte, um sich auf sein Hauptrennen, 200m Brust, einzustimmen. 1500 lockere Meter, lang machen, Zugzahlen und Zugrhythmus einstellen stand auf dem Programm.

Anschließend ging es bei Sonnenschein und Wärme auf die Schären, kleine, vor Göteborgs Küste liegende Steininseln. Einige Einheimische, einige Touristen, typisch schwedische Häuschen; so stellt man sich Schweden vor.

Donnerstag, 5. August 2010

Medaille für Marcus

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Nun war es soweit, nachdem Marcus die 100m und die 50m Brust zum Einschwimmen nutzte, stand am sechsten Wettkampftag die Spezialstrecke an; 200m Brust. 56 Konkurrenten hatten gemeldet, Marcus mit der 22st schnellsten Zeit. Aber einige Gegner waren bekannt, so dass sich Marcus durchaus Platz 15 ausrechnete und mit viel Glück Platz 10 als höchstes Ziel ausgab, um sich noch eine Kupfermedaille zu erkämpfen. Und genauso kam es; ein super Rennen, perfekte Renneinteilung, lange kraftvolle Züge, 2:42,34 Minuten (37,47 / 40,93 / 42,61 / 41,33 Sekunden für die 50m-Teilstrecken). Damit war der Lauf mit der bis dahin besten Zeit gewonnen. Noch standen zwei Läufe mit jeweils acht Schwimmern am Start. Lediglich ein Schwimmer war im folgenden Lauf schneller und auch im letzten Lauf zogen nur sechs der acht Starter an Marcus vorbei, so dass am Ende ein nicht für möglich gehaltener 8. Platz mit einer super Zeit und der Gewinn einer Medaille im Ergebnisprotokoll standen.

Elli hatte an für ihren letzten Wettkampf die 200m Schmetterling ausgewählt und gehörte mit der viertschnellsten Meldezeit zum Kreis der Favoritinnen. Vielleicht davon zu sehr beflügelt, ging sie das Rennen, wie schon die 200m Lagen, etwa vier Sekunden zu schnell an, lag nach 150m noch auf Platz 3. Dann brach sie aber völlig ein und wurde auf der letzten Bahn bis zu Platz 7 durchgereicht. Anfangs etwas enttäuscht, konnte sie später aber dann schon wieder lachen.

Abends spazierten wir durch den Liseberg-Freizeitpark im Herzen Göteborgs. Ein letzten gemeinsames Abendessen mit unseren Hohenhamelner Schwimmkollegen im Spuklokal beendete für Elli dann schon die WM, denn sie flog bereits am Freitag zurück nach Hause.

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Freitag, 6. August 2010

Der letzte Wettkampftag

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Für Elli ist die WM bereits beendet, während für Marcus am Freitag, dem siebtem und letzten Wettkampftag der Beckenwettkämfe, noch die 400m Freistil warteten. Nach seinen drei Auftritten über die Bruststrecken waren die 400m und das am Samstag statt findende 3km-Freiwasserschwimmen eine reine Zugabe, um die Atmosphäre noch einmal zu genießen.

Mit seiner neuen Hasenbadekappe verbreitete Marcus im Vorstartbereich ein bisschen Spaß. Die 400m Freistil liefen dann aber doch schwerer als erwartet. Mit nur mäßigen 4:56,69 Minuten schwamm er nur knapp schneller als im Training und kam unter 48 Teilnehmern auf Platz 28. Trotzdem war Marcus mit der gesamten Weltmeisterschaft sehr zufrieden und freut sich schon auf die WM 2012 im italienischen Riccione.

Samstag, 7. August 2010

The Water is Open

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Die Wettkämpfe in den 50m-Becken von Valhalla und Lundy waren vorbei. Nun kam der Auftritt der Freiwasserschwimmer, die traditionsgemäß den letzten Wettkampf bestreiten.

Nur vier Kilometer ausserhalb Göteborgs liegt der See Delsjön, das größte Frischwasserreservoir der Stadt. 960 Teilnehmer wollten die 3-km-Strecke durch den nur 19 Grad kühlen See in Angriff nehmen, darunter auch Marcus neben den 76 angetretenen Konkurrenten seiner Altersklasse.

Obwohl Marcus schon einige Freiwasserwettkämpfe bestritten hatte, wurde er diesmal wohl von der Kälte überrascht. Direkt beim Start wurde er bedrängt, so dass er nur aus der zweiten Reihe starten konnte. Nach wenige Zügen war er allerdings im Vorderfeld angekommen. Nach ca. 200m bekamm er dann aber kaum noch Luft, möglicherweise ein unglückliches Zusammenspiel aus Kälte und zu schnellem Angehen. Bei 300m entschied sich Marcus, das Rennen zu beenden, deutete das auch dem Schiedsrichter im mitfahrenden Boot an, der ein Kajak zu ihm schickte. Auf die Frage, ob ihn das Boot nun zum Strand zurück ziehen würde, bekam der die wundersame Antwort, dass das die Paddlerin nicht wusste, zum Strand paddeln würde, um nachzufragen. Inzwischen waren ca. 3 Minuten vergangen, Marcus hatte alle Konkurrenten passieren lassen, bekam auch wieder gut Luft und entschied sich, das Rennen fortzusetzten, was ab jetzt auch super lief. Er überholte einen Gegner nach dem anderen. Insgesamt 43, so dass Marcus im Ziel immerhin noch als 33. anschlug und damit sein selbst gestecktes Ziel, in der oberen Hälfte der Teilnehmer anzukommen, erreichte. Mit der Zeit von 42:19,7 Minuten lag er zwar 7:49,2 Minuten hinter dem Sieger, aber mit der Gewissheit, dass er ohne diese kurze Auszeit auch durchaus unter die Top 20 hätte schwimmen können.

So war Marcus um eine Erfahrung reicher und erfuhr anschließend in Gesprächen mit seinen Kollegen, dass es einigen ähnlich ergangen war.

Alles in Allem eine gelunge WM für die beiden Obernkirchener Teilnehmer. Wir nehmen auch die nächste Weltmeisterschaft in Angriff.

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offizielle Website und Ergebnisse

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Besucht auch die offizielle Website unter www.2010finamasters.org.

 

aktualisiert: 07.08.2010 - 18:46 - Redakteur: Marcus Reineke